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Maschendraht, Weidezaun und Glühbirnen

e zigarette wickeln grundlagenMaschendraht oder Weidezaun? Theoretisch sind sogar beide Drähte zum Dampfen geeignet, so lange diese aus Edelstahldraht bestehen und nicht beschichtet sind. Glühbirnen haben einen Wolframdraht drinnen und selbst diesen könnte man theoretisch zum wickeln und dampfen benutzen, wenn da nicht das Problem mit dem Sauerstoff wäre.

Da es mittlerweile einige verschiedene Drahtsorten gibt, werden wir uns heute mal mit diesen ein wenig befassen und auch für unsere Fertig-coil-user ein wichtiges Thema, denn die fertigen Verdampferköpfe haben ja auch ein Stück Draht drinnen.


Warum wickeln wir denn nicht einfach mit irgend einem Draht? Maschendraht oder Weidezaun, oder ein anderer, ist doch egal!

Nur bestimmte Legierungen sind als Heizleiter brauchbar. Es nutzt ja nichts, wenn der Draht selbst bei 500 Watt nicht warm wird. Allerdings, mit genug Leistung glüht selbst ein Stahlträger.

glühen maschendrahtmaschendraht glühbirne

Chrome ist der wohl älteste bekannte Heizdraht überhaupt, 1906 gab es ein Patent darauf. Chromel (Nickel-Chrom) kennt wirklich jeder und bestimmt haben 99% von euch mindestens ein Stück davon zu Hause und das schon viele Jahre lang, ohne es zu wissen. Auch wenn ihr keine Dampfer seid habt ihr welchen.
In eurem Toaster arbeitet ein Heizdraht aus einer Nickel-Chrom-Legierung. Der Toaster war das erste Gerät welches gewollt durch Strom eine Wärme erzeugte. Viele denken jetzt, die Glühbirne gab es doch schon viel früher. Stimmt auch, aber die Glühbirne erzeugte Wärme nur als Nebenprodukt. Kochplatten, Bügeleisen, die alten Fernseher, Röhrenradios und noch viele andere Geräte benutzten Heizdrähte, einige sogar noch heute.

Schauen wir uns die verschiedenen Legierungen mal genauer an. Damit ihr euch das ein wenig vorstellen könnt, werde ich ein Beispiel dazu schreiben. Da wickeln wir 1 Ohm auf einen Innendurchmesser von 3mm mit den verschiedenen Legierungen und immer mit einem Draht von 0,3mm Durchmesser.


Kanthal

Kanthal ist ein eingetragenes Warenzeichen der Kanthal AB in Schweden. Kanthal ist einer der Drähte, mit denen viele Verdampfer gewickelt sind. FeCrAl ist die Zusammensetzung. Aber ich denke, das ist für die meisten Dampfer gar nicht so wichtig.
Fe bedeutet Eisen, Cr steht für Chrom und Al für Aluminium. Die Unterteilungen in A, A1 oder D haben etwas mit dem beigefügten Aluminium zu tun und der Arbeitstemperatur. Durch seinen relativ hohen Widerstand (Ohm) wurde er besonders in der Anfangszeit des Dampfens benutzt und auch heute wird er noch hoch geschätzt. Gute geeignet für Wicklungen mit hohem Widerstand (Ohm).

Kanthal A 0,3mm Durchmesser mit 4 Windungen auf 3 mm Durchmesser ~ 1 Ohm


NiCr

Nickel-Chrom Ist ähnlich in seinen Eigenschaften und der Widerstand ist ein klein wenig geringer. Das bedeutet, dass man gut ein oder zwei Wicklungen mehr machen kann als bei Kanthal, bei gleicher Drahtstärke und gleichem Durchmesser. Nickel kann eine Allergie auslösen.

Ni-Chrom 0,3mm Durchmesser mit 6 Windungen auf 3mm Durchmesser ~ 1 Ohm


Edelstahldraht (V2A oder V4A)

Der kleine Unterschied zwischen V2A und V4A besteht nur in der Säurefestigkeit und spielt für uns Dampfer keine Rolle. Auch ist der elektrische Widerstand fast gleich. Edelstahldraht eignet sich durch seinen geringen Widerstand sehr gut um in niedrigen Ohmbereichen zu wickeln. Mittlerweile gibt es Akkuträger, die auch Edelstahldraht mit TC (Temperaturgeregelt) befreuern können.

V4A 0,3mm Durchmesser mit 9 Windungen auf 3mm Durchmesser ~ 1 Ohm


Ni200

Mit diesem Draht hat das Dampfen mit Temperaturregelung angefangen. Der Draht verändert bei Erwärmung seinen Widerstand. Dieser Unterschied im Widerstand wird vom Akkuträger erkannt und dementsprechend wird die Leistung herunter geregelt oder ganz unterbrochen. Die Wärme an der Wicklung wird nicht gemessen, sondern nur durch die Veränderung im Widerstand berechnet.

Der elektrische Widerstand von Ni200 ist sehr niedrig und der Draht eignet sich nur für den unteren Ohmbereich. Nickel kann eine Allergie auslösen.

Ni200 0,3mm Durchmesser mit 77 (siebenundsiebzig – ich habe mich nicht vertippt) Windungen auf 3mm Durchmesser ~ 1 Ohm


Titandraht

Titandraht hat mittlerweile auch einen festen Platz in der Dampferwelt. Titandraht wird meistens zum Temperaturgeregelten dampfen eingesetzt.

Titandraht 0,29mm Durchmesser (0,3 scheint es nicht zu geben) mit 14 Windungen auf 3mm Durchmesser ~ 1 Ohm


Das sind die wichtigsten Heizdrähte, die wir zum dampfen benutzen. Nicht alle Drähte eignen sich für das temperaturgeregelte Dampfen, aber alle Drähte können im Volt- oder Wattmodus befeuert werden.

maschendraht heizdraht


Nun sollten wir auch ein wenig über die verschiedenen Drahtstärken reden:

Als erstes etwas wichtiges: Je dicker der Draht, umso geringer der Widerstand!

Das ist aber nicht nur für den elektrischen Widerstand so, sondern auch beim verformen der Drähte. Einfach das umwickeln eines Bohrers mit einem Stück Draht ist so eine Verformung. Der Draht möchte gerne wieder in die Ausgangsposition zurück. Ihr werdet es merken, wenn ihr Draht unter 0,2mm Durchmesser wickeln wollt. Die Wicklung ist instabil und selbst das einfache wechseln der Watte ist kaum möglich ohne die gesamte Wicklung zu zerstören.

Etwas Abhilfe schafft das Ausglühen der Wicklung oder dem Stück Draht. Damit nehmt ihr dem Metall einen Teil der Spannung und der Draht lässt sich leichter wickeln. Auch eventuelle Produktionsrückstände verschwinden mit dem ausglühen. Empfehlenswert sind Drähte ab 0,25mm aufwärts. Diese lassen sich leichter wickeln und sind beständiger beim Wattewechsel.

Drähte mit 0,3mm sind von der Haltbarkeit der Wicklung etwas besser. Mit Haltbarkeit ist hier in diesem Fall nicht gemeint, das ihr ohne die Watte zu wechseln länger dampfen könnt, sondern die Wicklung ist so stabil, das sie mehrere Wattewechsel anstandslos überlebt. Mein FeV 3 hat seit 5 oder 6 Monaten immer noch die selbe Wicklung drinnen und es wird nur ganz schnell die Watte gewechselt. Ich bin wirklich zu faul immer eine neue Wicklung zu machen und habe gar keinen Draht unter 0,3mm Durchmesser.

0,4 bis 0,6mm kann man benutzen. Die Wicklung wird sehr wahrscheinlich länger als der Akkuträger leben (wenn ihr vorsichtig seid), allerdings wird mit zunehmenden Drahtdurchmesser die Wicklung sehr träge. Die Wicklung braucht „Anlauf“ bis Dampf kommt.

0,7 und höhere Durchmesser sind sehr träge. Irgendwann wird beim Drahtdurchmesser ein Punkt erreicht, an dem die Leistung dann nicht mehr ausreicht um die Wicklung zu erwärmen. Dann dampft’s nichts mehr.


Ihr habt doch bestimmt mittlerweile heraus gefunden, welcher Widerstand mit welchem Draht für euch der Beste ist. Versucht Möglichst viele Windungen zu machen. Damit erreicht ihr eine größere Oberfläche in der gesamten Wicklung und bekommt mehr Dampf heraus. Ob das nun besser schmeckt oder nicht, müsst ihr selbst entscheiden!


Viel Spaß mit euren Dampfen, Vape on und immer eine Pfütze Liquid im Tank

Klaus Krüger

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